Ein Aussichtspunkt mit Infotafeln im Naturschutzgebiet Düffel aufgestellt.
Das Naturschutzgebiet Düffel ist um eine weitere Attraktion reicher geworden. Seit Ende letzter Woche gibt es nördlich von Kranenburg, an der Alde Börg, eine Sichtschutzwand mit Infotafeln – so macht die NABU-Naturschutzstation störungsfreie Aussichten auf die Natur im Reyerbruch möglich.
Kleve, Oktober 2025 – Wer gerne Vögel beobachtet oder einfach einmal in die Weite der Düffel blicken möchte, kann sich jetzt auf ein besonderes Naturerlebnis freuen: Am Reyerbruch, nördlich von Kranenburg an der Alde Börg, hat die NABU-Naturschutzstation Niederrhein im Rahmen des EU-LIFE Projektes „Grünland für Wiesenvögel“ einen neuen Aussichtspunkt mit Sichtschutzwand und Infotafeln eingerichtet. Das Projekt“, das durch die NABU-Naturschutzstation Niederrhein e. V. in der Düffel umgesetzt wird, ist nicht nur ein Gewinn für die Wiesenvögel, sondern genauso auch für die Menschen vor Ort. Sie bekommen mit dem neuen Aussichtspunkt die Möglichkeit, die Natur in der Düffel zu beobachten, ohne rastende Vögel aufzuschrecken. Ein Naturerlebnis, dass sich zu jeder Jahreszeit lohnt.
Vom Aussichtspunkt aus können Besucher*innen entdecken, welche Tiere sich in diesem Teil der Düffel, an den im Reyerbruch angelegten Flachwasserstellen aufhalten und überwinternden Gänse, Enten und Watvögel beobachten. Eine Infotafel hilft hier beim Bestimmen der entdeckten Arten und weitere Infotafeln vermitteln Wissen zum LIFE- Projekt, zur Bedeutung des Gebietes für Rastvögel und zum Schlüsselfaktor Wasser für Wiesenvögel. So bietet die NABU-Naturschutzstation Interessierten die Gelegenheit einzigartige Naturbeobachtungen zu machen und sich vor Ort über die heimische Vogelwelt sowie die Besonderheiten des Gebietes zu informieren.
Tipp: Wer ein Fernglas zur Verfügung hat, sollte das unbedingt mitbringen!
EU-LIFE-Projekt „Grünland für Wiesenvögel“ nach 13 Jahren erfolgreich abgeschlossen
Projekt liefert wichtigen Beitrag zum Schutz bedrohter Arten am Unteren Niederrhein
Düffel/Unterer Niederrhein, im September 2025 – Mit einem Festakt ist am 14. September das EU-LIFE-Projekt „Grünland für Wiesenvögel“ feierlich abgeschlossen worden. Über 13 Jahre lang stand der Schutz von Uferschnepfe, Rotschenkel, Kiebitz und Großem Brachvogel im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten, Behörden, Freiwilligen sowie der Unterstützung von EU und Land NRW ist es dem Team der NABU-Naturschutzstation Niederrhein gelungen, die Lebensbedingungen dieser stark bedrohten Wiesenvogelarten im EU-Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein deutlich zu verbessern.
Umweltminister Oliver Krischer betonte in seiner Ansprache die besondere Verantwortung des Landes: "Dieses Projekt hat gezeigt, was möglich ist, wenn Behörden, Landwirtschaft und Naturschutz an einem Strang ziehen: Die Bestände dieser seltenen Vögel können sich hier am Niederrhein erholen. Mein besonderer Dank gilt allen, die mit Leidenschaft und Expertise zu dem Erfolg beigetragen haben. Ich würde mich freuen, wenn es uns gemeinsam gelingt, auch zukünftig solche Projekte zu entwickeln."
Auch Ingrid Rudolph betonte als Aufsichtsratsvorsitzende der NABU-Naturschutzstation die Dimension der Arbeit: „Es war ein langer und mühsamer Prozess, doch wir können stolz auf die erzielten Ergebnisse sein.“
Das Projekt „Grünland für Wiesenvögel“ leistete einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt der letzten Rückzugsräume bedrohter Arten im EU-Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein. Wiesenvögel benötigen feuchte Wiesen und Weiden, in denen sie Nahrung, Schutz und Brutplätze finden. Genau dort setzt das Projekt an: Mit einem Bündel an Maßnahmen wurden nicht nur Lebensräume für diese Leitarten geschaffen, sondern auch wichtige Strukturen für zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten. Wiesenvögel sind sogenannte Indikatorarten – ihr Vorkommen zeigt, wie intakt ein Feuchtgebiet ist.
Projektleiterin Susanne Klostermann verwies auf die konkreten Erfolge: „Die Zahl der Rotschenkel hat sich verfünffacht, die Bestände der Uferschnepfe haben sich stabilisiert und beim Kiebitz sehen wir endlich wieder einen positiven Aufwärtstrend. Diese Erfolge wären ohne die tatkräftige Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten, den zuständigen Behörden, unseren Freiwilligen und der Förderung durch EU und Land NRW nicht möglich gewesen.“ Birgit Beckers, Vorsitzende der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft e.V. fügte einen nachdenklichen Blick in die Zukunft hinzu: „ Das Ende eines Projektes bedeutet auch, sich Gedanken zu machen wie es weitergeht. Ohne Unterstützung werden unsere Wiesenvögel es nicht schaffen.“
Ein zentraler Schwerpunkt des Projekts lag auf der Wiederherstellung eines naturnahen Wasserhaushalts: Kleingewässer wurden entschlammt, neue angelegt, Gräben mit flachen Ufern versehen und regelbare Staue eingebaut, sodass in zwei Kernzonen durch aktive Bewässerung selbst in Dürrejahren offene, feuchte Flächen entstehen – wertvolle Hot Spots für Wiesenvögel und Insekten. Während der Brutzeit gilt auf den Naturschutzflächen Bewirtschaftungsruhe, bis die Küken flügge sind; langfristig gesichert wird dieser Schutz durch den Ankauf von Flächen in drei vom LANUV identifizierten Kernzonen, die mit Naturschutzauflagen an Landwirte verpachtet werden. Insgesamt sind so rund 7,5 Prozent der 3.800 Hektar großen Düffel als Kernflächen für den Wiesenvogelschutz entwickelt worden. Ergänzend schützt der Einsatz von Elektrozäunen die Gelege vor Füchsen – Maßnahmen, die zusammengenommen die Lebensbedingungen der Wiesenvögel nachhaltig verbessern.
Gefördert wurde das Projekt wurde von der Europäischen Union im Rahmen des LIFE-Programms, dem zentralen Finanzierungsinstrument für Umwelt- und Klimaschutz in Europa. Ergänzend stellte das Land Nordrhein-Westfalen erhebliche Mittel bereit, um die Umsetzung zu sichern.

Mehr Wasser für Wiesenvögel
17.10.2024 – Die Bauarbeiten der NABU-Naturschutzstation Niederrhein im Naturschutzgebiet Düffel gehen weiter. Bis Ende Oktober werden, über das Gebiet verteilt, fünf neue Senken angelegt, in denen sich Regenwasser sammelt.
Baustart in der Düffel
25.07.2024 – Ab Montag, den 29.07.2024 werden die Bauarbeiten der NABU-Naturschutzstation in den Wiesenvogel-Kernzonen im Naturschutzgebiet Düffel wieder aufgenommen. Jetzt ist die Kükenaufzucht der bodenbrütenden Wiesenvögel abgeschlossen, sodass diese nicht mehr gestört werden.




