LIFE-Projekt „Grünlandentwicklung zum Schutz gefährdeter Wiesenvögel im EU-Vogelschutzgebiete Unterer Niederrhein”
Ministerium fü Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen
European Commission - Environment - LIFE Programme
Natura 2000 network - Environment - European Commission

Im September startete ein Projekt der NABU-Naturschutzstation Niederrhein e.V. zur Verbesserung der Grünland-Lebensräume von Wiesenvogelarten am Unteren Niederrhein. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des EU-Naturschutzprogramms LIFE+ und des Umweltministeriums NRW.

Blütenreiche Naturschutzfläche in der Düffel (Foto: D. Doer)

Am 19. Juli 2012 hat die EU-Kommission den Projektantrag„Grünlandentwicklung zum Schutz gefährdeter Wiesenvögel im EU-Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein“ der NABU-Naturschutzstation Niederrhein bewilligt. „Wir freuen uns, dass wir mit diesem Projekt die Möglichkeit haben, viele vom Aussterben bedrohte Wiesenvogelarten zu schützen“, so Dr. Andreas Barkow, der die Leitung dieses Projektes übernimmt. Jetzt laufen die Vorbereitungen für den Projektstart am 1. September auf Hochtouren. So werden zur Durchführung des Projektes zwei neue Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter eingestellt.

Überschwemmtes Grünland in der Düffel (Foto: D. Doer)Erfolgreicher Wiesenvogelschutz gelingt erfahrungsgemäß besonders gut auf extensiv bewirtschafteten und feuchten Grünlandflächen. Zur weitestgehend konfliktfreien Durchführung hierfür notwendiger Maßnahmen, z.B. Extensivierung oder die lokale Anhebung der Grundwasserstände ist das Flächeneigentum bedeutsam. „Wichtig für Wiesenvögel ist, dass die Feuchtwiesen im Frühjahr möglichst lange auch feucht bleiben. Nur dann nutzen Uferschnepfe und Rotschenkel die Flächen zur Brut. So können die Lebensräume von wichtigen Zielarten des Projektes verbessert werden“, so Dr. Barkow. Daher sollen im Projekt auch landwirtschaftliche Flächen, ganz überwiegend Grünland, gekauft werden. Sie gehen ins Eigentum einer Stiftung über und werden an ortsansässige Landwirte zurückgepachtet, so dass hier auch langfristig eine angepasste Grünlandbewirtschaftung sichergestellt ist. Es ist beabsichtigt, das notwendige Landmanagement in enger Kooperation mit der Bezirksregierung Düsseldorf und unter Einbeziehung der Flächennutzer durchzuführen. „Ziel ist es – zusammen mit den schon vorhandenen Naturschutzflächen im Umfang von rund 150 Hektar – weitere 200 Hektar zu erwerben und damit dann ca. 10 % dieses insgesamt 3.800 ha großen Naturschutzgebietes als Kernfläche des Wiesenvogelschutzes zu entwickeln“ so Dr. Barkow.

Mit den jetzt bewilligten Projektmitteln stehen der Station in den nächsten 8 Jahren gut 12 Millionen Euro für den Wiesenvogelschutz zur Verfügung. Fachliche Grundlage hierfür ist das Maßnahmenkonzept für das EU-Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein.

Der Hauptteil der Geldmittel ist für Flächenerwerb und Maßnahmen zur Entwicklung von extensivem Feuchtgrünland vorgesehen. Mit der Maßnahmenumsetzung, der Planung und der Erstellung von Gutachten und Medien werden überwiegend lokale Unternehmen beauftragt werden. Zudem sind Mittel für eine sozioökonomische Studie in Verbindung mit einem geplanten Bodenordnungsverfahren vorgesehen. Projektleiter Dr. Barkow: “Ziel ist ein effektiver Wiesenvogelschutz. Wir wollen bei der Umsetzung aber möglichst viele Wünsche beim Zuschnitt der Flächen berücksichtigen und übermäßige Benachteiligung von Pächtern vermeiden. Uns sind die Vorbehalte in der Landwirtschaft gegenüber dem Wiesenvogelschutz natürlich bekannt. Wir wollen aber mit den Landwirten für den erfolgreichen Schutz der Feuchtwiesen-Vogelarten in der Düffel zusammenarbeiten.“ Daher macht die Kommunikation mit Landnutzern vor Ort einen erheblichen Teil der Projektarbeiten aus. „Es ist uns wichtig, dass wir uns möglichst schnell an einen Tisch setzen und zu gemeinsamen Lösungsansätzen kommen.“, spricht Naturschutzreferent Barkow zum Projektstart die Einladung an die Bauern in der Düffel zu einer erfolgversprechenden Kooperation aus.